Diese 5 Tech-Startups machen unseren Alltag nachhaltiger

Die schlechte Nachricht zuerst: Die Digitalisierung verbraucht Energie und Ressourcen. Wer streamt und surft, hinterlässt jedes Mal seinen CO2-Fußabdruck im Netz. Auch die Herstellung und das Nutzen von digitalen Endgeräten wie Smartphones, Computer oder Tablets wirkt sich auf die Umwelt aus. Schreitet die Digitalisierung in einem moderaten Tempo fort, werden hierdurch rund 16 Megatonnen an Kohlenstoffdioxid jährlich ausgestoßen, wie der Digitalverband Bitkom in einer aktuellen Studie errechnet hat. Bei einer beschleunigten Digitalisierung sind es sogar 22 Megatonnen.  

Und jetzt die gute Nachricht: Insgesamt, so das Fazit der Studie, ist das CO2-Einsparpotenzial der digitalen Technologien allerdings rund fünf Mal höher als ihr eigener Ausstoß. Damit können digitale Technologien fast zur Hälfte dazu beitragen, dass Deutschland seine Klimaziele bis zum Jahr 2030 erfüllt. Laut den Bitkom-Berechnungen lässt sich der CO2-Ausstoß durch den gezielten und beschleunigten Einsatz digitaler Lösungen in zehn Jahren um 120 Megatonnen reduzieren.  

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Clutch stellt fünf Startups vor, die mittels digitaler Lösungen bereits heute für mehr Nachhaltigkeit in unserem Alltag sorgen können – ob für Finanzen, Immobilien oder Strom

1. Finanzen: Tomorrow bietet die erste nachhaltige Smartphone-Banking-App

Eine Bank mit digitaler und zugleich nachhaltiger DNA: Das Hamburger Fintech-Startup Tomorrow ist angetreten, um nachhaltige Finanzen aus der Nische zu holen. Der Zugang zum Konto erfolgt digital und einfach zu bedienen per Smartphone. Damit wollten die drei Gründer Jakob Berndt, Inas Nureldin und Michael Schweikart nicht nur eine Geldanlage schaffen, sondern ein gesamtes Ökosystem. Bis zu 80 Prozent der Kundeneinlagen plant das Banking-Startup insgesamt nachhaltig anzulegen. Jedes Investment soll im Einklang mit den Sustainable-Development-Goals der Vereinten Nationen stehen. Dabei unterstützen die Kontoinhaber vielfältige Projekte wie Biogasanlagen in Vietnam, sauberes Trinkwasser in Uganda oder Kleinbauern in Peru.  

2. Mobilität: Graphmasters möchte eine Welt ohne Staus

Eine Welt ohne Staus ist die Mission, die das Startup Graphmasters antreibt. Das junge Unternehmen aus Hannover optimiert den Verkehrsfluss mittels vernetzter Navigation. Das Schlagwort: Collaborative Routing. Anders als bei konventionellen Navigationssystemen verteilt die eigens entwickelte NUNAV-Technologie den Verkehr flächendeckend in das Straßennetz und nicht mehr nur auf einzelne, bisher besonders belastete Straßen. Durch bessere Routen und weniger Zeit im Stau kann so ein großer Teil der Emissionen eingespart werden. Zukünftig ist die Technologie gerade auch mit Blick auf autonome Fahrzeuge von besonderer Bedeutung, um für eine intelligente Abstimmung der Fahrzeuge untereinander und eine sinnvolle Verteilung auf das vorhandene Netz zu sorgen.  

3. Immobilien: Das Prop-Tech Startup metr sorgt für vernetzte Gebäudetechnik

Mit Hilfe von datengetriebenem Facility Management möchte das Berliner Startup metr die Bewirtschaftung von Wohnraum effizienter und nachhaltiger gestalten. Dafür hat metr eine intelligente Gebäudemanagement-Plattform für die Wohnungswirtschaft entwickelt, die auf Big Data und künstlicher Intelligenz basiert. Damit erübrigen sich kostspielige technische Diagnosen vor Ort und Verantwortliche für die Instandhaltung können den Wissensvorsprung nutzen, um richtige Entscheidungen zügig zu treffen, Ausfallzeiten zu minimieren und die Mieter rechtzeitig zu informieren. Mit dieser Idee konnte metr im Herbst 2020 auch die Jury des Smart Country Startup Award des Bitkom überzeugen und wurde als innovativstes Unternehmen im Bereich Smart City gekürt. 

4. Strom: gridX entwickelt digitale Infrastruktur für die Energiewende

Die Energiewende spielt eine zentrale Rolle für eine nachhaltige Zukunft, aber unser heutiges Stromnetz ist noch immer nicht für den dezentralen Charakter der erneuerbaren Energien ausgelegt. gridX baut die digitale Infrastruktur auf, um den Energiewechsel zu ermöglichen. Das Energie-Startup wurde 2016 von Andreas Booke und David Balensiefen mit der Vision einer CO2-neutralen Energiewirtschaft gegründet. Die entwickelte skalierbare Internet-of-Things-Energieplattform soll die digitale Transformation des Energiesektors ermöglichen. Basierend auf dieser Plattform bietet gridX seinen B2B-Kunden White-Label-Lösungen für Smart Homes, Smart Charging oder Microgrids an.  

5. Stadtentwicklung: Green City Solutions verbessert die Luft mit IoT-Technologie

Um das Zusammenleben in Städten gesünder zu gestalten und für mehr Lebensqualität zu sorgen, wurde Green City Solutions im Jahr 2014 ins Leben gerufen. Die Gründer des auf dem EUREF-Campus in Berlin ansässigen Unternehmens haben mit dem CityTree den weltweit ersten Bio-Luftfilter geschaffen, der nachweisbar die Luftqualität verbessert. Zugrunde liegt die Idee, Pflanzen mit Internet of Things-Technologie zu kombinieren und somit einen natürlichen und gleichzeitig smarten Bio-Luftfilter zu schaffen. Spezielle Mooskulturen filtern dabei z.B. Feinstaub aus der Luft. Die integrierte IoT-Technologie liefert in Echtzeit umfangreiche Leistungs- und Zustandsinformationen sowie Umweltdaten im Umfeld des CityTree. 

Clutch-Redaktion