FRAUWENK-Analyse: Deutsche Green Tech-Unternehmen verschenken große Kommunikationspotenziale

Die deutsche Green Tech-Branche boomt. Kein Wunder, steht sie doch für Zukunft, Nachhaltigkeit und eine positive Zeitenwende. Zum ersten Mal analysiert ein Report, wie die Branche in Kommunikation und Außendarstellung aufgestellt ist. Eine wichtige Erkenntnis: Die Green Tech-Unternehmen lassen erhebliche Kommunikationspotenziale liegen.

Klimawandel, Energiekrise und das Wissen, dass alle erheblich mehr für Nachhaltigkeit tun müssen, sind die Basis, auf der die junge deutsche Green Tech-Branche aufbauen kann. Zudem haben sehr viele Unternehmen derzeit ein großes Interesse – allein schon aus ESG-Gründen –, in grüne und nachhaltige Geschäftsmodelle zu investieren. Dem nicht genug: Nur mit unserem aktuellen Status quo können wir das Klima nicht retten.

Es braucht also Innovation, kreative Lösungen und ein erhebliches Mehr an Digitalisierung. Genau das alles bietet die Green Tech-Branche. Es gibt derzeit keinen Wirtschaftsbereich mit mehr schlauen, unkonventionellen und zukunftsweisenden Ideen und Lösungen – nur müssen die Menschen davon erfahren.

Die Green Tech-Branche muss jetzt die Menschen erreichen

Wenn nur wenige potenzielle Kund:innen oder Konsument:innen wissen, was bereits möglich ist, hilft auch das beste Produkt nichts. Die Green Tech-Branche muss jetzt die Menschen erreichen, ihre Mission, Lösungen und Geschäftsideen erklären. Denn Innovation braucht Verständnis und eine breite Akzeptanz in der Bevölkerung. Die Lösungen für dieses Dilemma lauten PR und Kommunikation. Sie erklären Produkte und Zusammenhänge. Und das immer mit dem Ziel, dass erst Verstehen auch Vertrauen schafft.

Jetzt ist der perfekte Zeitpunkt für die meisten Marktteilnehmer:innen, sich zu positionieren. Doch gelingt ihnen das? Machen sie das richtig oder lassen sie eine Vielzahl von Potenzialen ungenutzt liegen?

Genau diese Fragen stellten wir uns bei FRAUWENK, der Kommunikationsberatung für Zukunftsunternehmen, als wir mit  unserer Analyse der Kommunikation von 141 deutschen Green Tech-Unternehmen begannen.

Die Resultate der Studie

Die Ergebnisse zeichnen ein eindeutiges Bild: Mehr als die Hälfte (54,6 Prozent) der deutschen Green Tech-Unternehmen baut die Kommunikation und PR noch auf. Nur 15 der 141 Unternehmen kommunizieren der Analyse zufolge schon sehr gut. Im Rahmen der Studie wurde untersucht, ob und wie die Unternehmen und Start-ups via Newsroom, Blog oder LinkedIn versuchen, Journalist:innen und andere Multiplikator:innen zu erreichen.

„Wir erleben gerade ein enormes Momentum in der Branche. Der Markt wird jetzt verteilt. Professionelle Öffentlichkeitsarbeit wird maßgeblich darüber entscheiden, wer den Markt für sich gewinnt. Gute Kommunikation und Sichtbarkeit in Medien, denen die Menschen vertrauen, tragen entscheidend zum wirtschaftlichen Erfolg bei“, sagt Andrea Buzzi, Geschäftsführerin von FRAUWENK.

Die Analyse kommt zu dem Ergebnis, dass 45 Prozent der untersuchten Unternehmen über einen Newsroom verfügen – doch nur knapp die Hälfte davon bespielt ihn regelmäßig. Die letzte Veröffentlichung lag bei 76 Prozent mehr als sechs Wochen zurück. Ähnlich verhält es sich beim Thema Blogs: Nur 42 Prozent aller Green Tech-Unternehmen verfügen über einen eigenen Blog, von denen wiederum knapp die Hälfte regelmäßig Inhalte online stellt. Bei 21 Prozent lag die letzte Veröffentlichung weniger als sechs Wochen zurück.

LinkedIn-Accounts in der Green Tech-Branche voll etabliert

Fast alle analysierten Unternehmen besitzen einen Corporate-LinkedIn-Account (98 Prozent). 72 Prozent bespielen diesen regelmäßig. Das letzte Posting lag bei 77 Prozent aller Unternehmen weniger als zwei Wochen zurück. LinkedIn wird demzufolge als Kommunikationsmittel von fast allen Green Tech-Unternehmen am häufigsten genutzt. Nur knapp ein Viertel aller Firmen hat ein Presskit (24 Prozent) oder einen Pressekontakt (22 Prozent) auf seiner Website hinterlegt.

Eine Branche im Wandel

„Die Green Tech-Unternehmen stehen für die Chancen einer positiven Zeitenwende, gleichzeitig sind Verbraucher:innen wie auch Entscheider:innen in Unternehmen maximal verunsichert. Innerhalb dieses Spannungsfeldes liegt die kommunikative Aufgabe der Green Tech-Branche darin, Vertrauen aufzubauen und Orientierung zu geben“, sagt Andrea Buzzi. „Unsere Green Tech-Analyse zeigt und analysiert kompakt die genutzten und ungenutzten Potenziale der Branche. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für die überwiegend jungen Player, in ihren Share of Voice zu investieren.“

Den ganzen Report gibt es hier.


Über die Analyse:

Der Untersuchungszeitraum der Datenerhebung lag im April 2023. Die elf Fragen (= Merkmale) der Analyse wurden so konzipiert, dass sie mit „ja“ oder „nein“ beantwortet werden konnten. „Ja“ wurde als 1 codiert und „nein“ als 0, sodass jedes Unternehmen bis zu elf Punkte erreichen konnte. Die Unternehmen wurden hiernach in die Cluster „schon sehr gut“ (neun bis elf Punkte), „solide“ (fünf bis acht Punkte) sowie „noch im Aufbau“ (null bis vier Punkte) eingeteilt. Die Cluster sind dabei wertfrei zu verstehen, da viele Unternehmen im Aufbau noch keine Ressourcen für Kommunikation besitzen. Weitere Informationen zum Forschungsdesign, zu den Ergebnissen sowie zur Interpretation gibt es im aktuellen Green Tech-Report von FRAUWENK.

Die Kommunikationsberatung FRAUWENK ist Herausgeberin von Clutch.

Clutch-Redaktion