Byprotex: Erste digitale Rohstoffbörse für den Handel mit tierischen und pflanzlichen Nebenprodukten.

Byprotex: „Wollen Beitrag zur Bekämpfung der globalen Lebensmittelverschwendung liefern, können aber auch in der Corona-Krise schon helfen“

Kill the middleman und lasse so den Erzeuger und den Verbraucher profitieren. Nach dieser Devise arbeitet Byprotex. Das Start-up aus Frauenneuharting bei München baut gerade so etwas wie die erste digitale Rohstoffbörse für den Handel mit tierischen und pflanzlichen Nebenprodukten. Hört sich unsexy an, hat aber viel Potenzial. Genau das Richtige also für unsere neue Mini-Serie „Tech Ideas to Watch“.

In diesem Format wollen wir spannende Technologie-Start-ups aus Deutschland kurz vorstellen und die Macher zu Wort kommen lassen. Den Anfang macht Andi Wieser, Gründer und CFO von Byprotex.

Was macht Byprotex – in drei Sätzen?

Byprotex ist ein digitaler, unabhängiger B2B-Marktplatz für den Handel mit tierischen und pflanzlichen Nebenprodukten (Fetten und Proteinen), pflanzlichen Extrakten, pflanzlichen Abfallprodukten von Brauereien (etwa Treber) sowie von Milch- und Molkereiprodukten (wie Molkeproteine, Fat Powder, Laktosekonzentrate), welche für die Produktion von Haustier-, Nutztier- und Fischfutter, Biodiesel, Energie- und Düngemittel für die pharmazeutischen, oleochemischen und chemischen Industrien benötigt werden.

Das war ein Satz. Zwei bleiben noch.

Wir haben uns das Ziel gesetzt, auf der Plattform Käufer und Produzenten direkt zusammenzubringen, indem Angebote oder Gesuche wie auf einer Art Rohstoffbörse eingestellt werden können. Darüber hinaus soll im Nachgang der Prozess der Transaktionsabwicklung weitestgehend automatisiert werden, um den Nutzern Zeit und damit verbundene Kosten zu sparen.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen?

Jedes Jahr fallen unglaubliche Mengen solcher Abfall- und Nebenprodukte in der Herstellung an. Die Preisfindung, und ob die entsprechende Menge überhaupt benötigt wird oder vorhanden ist, erfolgt meist per Telefon, Fax oder Mail. Bislang gibt es keine globale Rohstoffbörse für diese speziellen tierischen oder pflanzlichen Nebenprodukte und es fehlt an einer entsprechenden Markt- und Preistransparenz.

Was machen Sie besser als die Konkurrenz?

Wir haben uns das Ziel gesetzt, einen wertvollen Beitrag zur Bekämpfung der globalen Lebensmittelverschwendung (vgl. Target 12.3 Ziel der Vereinten Nationen), Ressourcenineffizienz und Nachhaltigkeit zu liefern. Wir agieren hier anders als die klassischen Makler oder Broker. Denn wir sorgen für Markt- und Preistransparenz, indem wir Käufer und Produzenten direkt miteinander zusammenzubringen und die Transaktionsabwicklung im Bereich der Supply Chain digitalisieren. Der Nutzer kann sich dadurch weiter auf sein Kerngeschäft konzentrieren. Zudem können über die Plattform neue Geschäftsbeziehungen geknüpft und neue Märkte erschlossen werden.

Und aktuelles zur Corona-Krise: Wir könnten übrigens auch im Zuge der Corona-Krise dabei helfen, beispielsweise Milch oder andere wichtige Lebensmittel über unsere Plattform zu handeln:

Das müssen Sie näher erklären.

Die Situation könnte nämlich in ein paar Tagen in Deutschland ähnlich wie in Südtirol sein, zum Beispiel beim Shutdown von Molkereien. Und was passiert dann mit den Lebensmitteln beziehungsweise mit dem Rohstoff Milch? Wenn wir hier auch in diesen schwierigen Zeiten unterstützen können, dass wir A und B auf unserer Plattform direkt zusammenbringen und dadurch anderen Menschen und Unternehmen helfen können, dann könnten wir aktuelle Versorgungsengpässe an manchen Orten hoffentlich etwas lindern.

(Beitragsbild: Goran Gajanin / Das Kraftbild )

Clutch-Redaktion